Info Mediation

Meinungsverschiedenheiten, Konflikte, Auseinandersetzungen

Ein Rechtsstreit ist teuer, uneffizient, ungewiss, zeitaufwändig. Selbst wenn Sie gewinnen, haben Sie meist verloren, da es so kaum eine einvernehmliche Lösung geben kann. Der Kunde ist verloren, der Lieferant verprellt und der Mitarbeiter bei der Konkurrenz.

Die wirkliche effektive und für alle Seiten viel erfolgreichere und vor allem in der Sache nützliche und sinnvolle Lösung ist eine Mediation. Die verlangt allerdings Voraussetzungen, die nicht immer erfüllt sind; dann wäre eine Mediation nicht erfolgversprechend.

Wirtschafts-Mediation

Klären statt streiten

Was ist Mediation?

Mediation („Vermittlung“) ist ein Verfahren mit dem Ziel, offene Streitfragen freiwillig, selbstbestimmt und eigenverantwortlich mit Hilfe eines neutralen Dritten – dem Mediator – zu regeln. Die Mediation orientiert sich an den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen und Interessen der beteiligten Parteien in der konkreten Auseinandersetzung.

Mediation stellt die kostengünstigste und gleichzeitig erfolgreichste Alternative zu anderen Lösungsverfahren (Vertragskündigung, gerichtliche Auseinandersetzung, Aufgabe des Projektes, …) dar.

Ziel des Verfahrens ist eine verbindliche Vereinbarung mit dem weitestmöglichen, individuellen und fairen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen.

Warum Mediation?

Nach einer erfolgreichen Mediation gibt es keine wirklichen Verlierer. Daher ist Mediation der richtige Weg,

  • wenn Beziehungen erhalten bleiben sollen
  • wenn teure und unsichere Gerichtsverfahren vermieden werden sollen
  • wenn faire und bedürfnisorientierte Lösungen gefunden werden sollen, bei denen alle Beteiligten gewinnen
  • wenn absolute Vertraulichkeit wichtig ist

Wie funktioniert Mediation?

Die Mediation ist ein flexibles Verfahren, da die Parteien den Verfahrensverlauf inhaltlich weitestgehend selbst bestimmen können. Als Grundgerüst dienen folgende Schritte:

1. Eröffnung:

Ablauf des Verfahrens wird erläutert, Regeln werden gemeinsam festgelegt, Abschluss der Mediationsvereinbarung.

2. Konfliktdarstellung:

Jede Partei stellt das Umfeld und den Konflikt aus ihrer Sicht dar. Trennende und verbindende Elemente werden herausgearbeitet.

3. Interessendarstellung:

Die Parteien stellen ihre persönlichen und wirtschaftlichen Aspekte und Interessen dar.

4. Auseinandersetzung:

Vorwiegend in Einzelgesprächen werden Zweifelsfragen, eigene und fremde Vor- und Nachteile auseinandergelegt.

5. Optionen:

Entwicklung und Diskutieren möglicher Lösungen.

6. Das Ergebnis:

Die Optionen werden individuell durch die Parteien bewertet und so das Ergebnis ermittelt, von dem alle profitieren.

7. Abschluss:

Das Ergebnis wird in einer verbindlichen Vereinbarung festgehalten und bildet so den Abschluß der Mediation.

Der Mediator

Die Rolle des Mediators

Der Mediator ist unparteiisch und neutral. Sein Ziel ist nicht, eine Partei gegen die andere zu vertreten, sondern für beide Parteien eine faire und interessensgerechte Lösung zu ermöglichen.

Die Aufgaben des Mediators

Der Mediator schafft Grundlagen und Rahmenbedingungen, die es beiden Parteien ermöglichen, gemeinsam getragene Vereinbarungen zu finden. Er sorgt für eine sachgerechte Gesprächsführung und wirkt auf Offenlegung aller wesentlichen Informationen und Interessen der Beteiligten hin. Er ist aber nicht befugt, irgendwelche Entscheidungen selbst zu treffen oder auf bestimmte Entscheidungen zu drängen oder hinzuwirken. Er bleibt unparteiisch und sorgt für „Waffengleichheit“.

Ursprünge der Mediation

Mediation wurde in den 60er und 70er Jahren in den USA entwickelt, ursprünglich um Streitigkeiten zwischen Staaten zu schlichten.

Aufgrund der großen Erfolge dieser Technik kam die Methode dann zunehmend auch bei Wirtschaftsunternehmen und auch bei Privatpersonen zum Einsatz. Mediation bietet inzwischen auch in Deutschland eine anerkannte Form zur erfolgreichen Beilegung von Konflikten.

 

Grenzen der Mediation

Keineswegs können alle Streitigkeiten per Mediation beigelegt oder gelöst werden. Für eine erfolgreiche Mediation sind bestimmte Voraussetzungen erforderlich, die oft nicht bestehen. Leider wird immer wieder ein Mediator gesucht, ohne diese Voraussetzungen erst zu prüfen und leider passiert es auch viel zu selten, dass der beauftragte Mediator von sich aus die Mediation ablehnt, wenn eben diese Voraussetzungen nicht bestehen.

Ein weiteres Manko ist die für viele Konfliktbeteiligten fehlende Ernsthaftigkeit und Bereitschaft zur Zäsur bezüglich der Maßnahme. Zu viele Menschen in Deutschland glauben an die Allmacht der Mediation und erwarten vom Mediator die fertige Lösung – ähnlich wie man sein Auto in die Werkstatt bringt und am Abend fertig wieder abholt. Sehr oft erwarten die Beteiligten außerdem, die Mediation müsse in mehreren einstündigen Sitzungen „abgewickelt“ werden. So wird der Erfolg oftmals schon durch die äußeren Bedingungen sehr erschwert oder gar verunmöglicht.

 

Unterschiede Mediation in USA und Deutschland

Die Mediation konnte und kann in den USA große Erfolge verzeichnen. Bei Einführung der Mediation in Deutschland allerdings hat man verschiedene Elemente weggelassen oder anders umgesetzt als im Original (USA) . Die Erfahrung zeigt, dass zu viele Mediationen in Deutschland scheitern und die Ursache meist eben in diesen Elementen liegt.

Die Ausbildung und die Anforderungen an die Prüfung sind in den letzten Jahrzehnten immer weiter vereinfacht, gestrafft und gelockert worden, während in den USA noch immer recht strenge Regeln bestehen. Auch braucht man als erfolgreicher Mediator eine entsprechende Begabung, genau wie ein Musiker, der noch keine gute Musik macht nur weil er Noten lesen kann.

Gerade hier in Deutschland ist Mediator gewissermaßen zum Modeberuf geworden, so dass automatisch viele nicht wirklich einschlägig begabte Menschen diesen Beruf anstreben und dann eben leider mehr schlecht als recht ausüben. Und als Betroffener ist man sowieso nicht in der Lage, einen guten Mediator zu erkennen.