Häufige Konflikt“lösungen“

Beispiele wie Konfliktlösung häufig versucht wird. Allerdings stets erfolglos.

“Warten wir mal ab, die kriegen sich schon wieder ein.” oder der Chef spricht ein Machtwort.

Liegt ein Konflikt zugrunde, wird sich nichts ändern. Konflikte müssen aktiv gelöst werden.

Der Chef verbietet jeglichen Streit.

Streit ist nur der Ausdruck des Konfliktes. Ihn zu verbieten ist so nutzlos wie den Feueralarm einfach abzuschalten, wenn es brennt.

“Leute, jetzt reißt euch doch bitte mal zusammen!”

Möglicherweise schafft das eine kurzfristige Scheinharmonie. Der Konflikt läuft aber im Verborgenen weiter und eskaliert viel schneller.

“Der Betriebspsychologe (oder ein guter Zuhörer aus der Personalabteilung) soll sich der Sache mal annehmen.”

Ein “Psychologe” berücksichtigt vorwiegend die individuellen emotional-sozialen Aspekte. Er sucht Erkenntnisse und Einsichten bei den Menschen. Im beruflichen Umfeld braucht ein Konflikt aber eine pragmatische zielorientierte Lösung. Vor allem muss die Konfliktursache nicht nur ermittelt, sondern auch abgestellt werden, z.B. durch strukturelle Veränderungen. Das ist nicht die übliche Aufgabe oder Kompetenz eines Psychologen.

“An der Schule meines Sohnes haben sie kürzlich eine Mediation gemacht, das war gar nicht teuer. Ich ruf diesen Mediator mal an.”

Eine Mediation ist nur eine von vielen Methoden zur Konfliktlösung. Sie wird leider zu oft in ungeeigneten Situationen angewendet, leider ebenso oft unqualifiziert (und vermeintlich billig) durchgeführt. Daher scheitern auch sehr viele Mediationen. Zudem fehlt einem Mediator für Schule oder Familie oft die Erfahrung und Kompetenz für Konflikte in und mit Unternehmen.

“Ich habe hier mehrere Angebote zur Konfliktlösung vorliegen. Probieren wir erst mal den billigsten. Wenn es nicht klappt, können wir immer noch ein teures Angebot annehmen.”

Experimente sollten sich bei solchen Themen gänzlich verbieten, denn es geht auch um die Gesundheit der Menschen. Konflikte machen krank. Jeder Tag, den der Konflikt weiterläuft ist teuer und kann zu neuen Ausfällen oder gar Kündigungen der Mitarbeiter führen. Oft dauert das Ausprobieren der Billig-Lösung mehrere Monate, so dass die zusätzlichen Konfliktkosten bereits viel teurer als die teuerste Lösung sind. Manchmal schlimmer noch: Obwohl der Konflikt weiterläuft, wird er als gelöst oder als “akzeptabel” definiert im Glauben an die Wirkung der Billig-Maßnahme. Personelle Veränderungen entstehen dadurch von ganz allein, allerdings die Konfliktursache bleibt bestehen.